• 04-SEP-2017

Pinterest ist weiblich

Weg von Tumblr, hin zu Pinterest: Was können Lufthansa-Follower in den kommenden Monaten erwarten? Benita Struve leitet die Abteilung „Marketing Kommunikation“ und erzählt, was Lufthansa auf Social Media vorhat.

Jedes Dax-30-Unternehmen ist auf Social Media unterwegs, so auch Lufthansa. Warum - weil unsere Kunden das erwarten?

Benita Struve: Nicht nur. Social Media bietet andere Vorteile als das herkömmliche Marketing: So liefern wir State-of-the-Art Kundenservice über Twitter. Über Facebook und Instagram testen wir neue Story-Telling-Formate, etwa mit der Kampagne „Inspiredby Heimweh“. Und bei Snapchat bekommt vor allem die junge Generation Einblick in das Leben unserer Crews, egal, ob hinter den Kulissen an Bord oder unterwegs am Zielort. Das ist optimal für‘s Recruiting. Nirgendwo sonst stehen wir in direktem Kontakt mit den Nutzern und können so schöne Geschichten erzählen – all das ist etwa bei Print- oder TV-Werbung nicht möglich.

Was ist dabei anders als beim herkömmlichen Marketing?

Struve: Feedback ist schneller und gut messbar, wir erhalten es in Echtzeit und merken daher sofort, ob unsere Inhalte ankommen oder nicht. Das registrieren wir nicht nur an unseren knallharten KPIs, sondern auch in den Kommentaren. Zudem können wir genau ausloten, welchem Kunden wir wann welche Information zukommen lassen. Ein weiterer Vorteil: über Smartphones sind unsere Kunden überall erreichbar. Und wir können mit Social Media auch neue Zielgruppen erschließen.

Mit welchen Trends können wir bei Lufthansa rechnen? Welche neuen Kanäle erwarten uns und was lassen wir in Zukunft sein?

Struve: Der Trend geht ganz klar zum stärkeren Storytelling. Nutzer wollen unterhalten und inspiriert werden – auf charmante Art. Das passt einfach gut zu unserem Unternehmen, denn wir machen Reiseinspiration erlebbar. Unsere derzeitige Zielgruppe ist männlich und etwa 25-50 Jahre alt, ganz grob unterteilt. Wir wollen auch weibliche Zielgruppen erschließen, deshalb nehmen wir nächstes Jahr „Pinterest“ unter die Lupe. Das ist ein Kanal, für den sich vor allem Frauen interessieren. Vor einiger Zeit haben wir uns bereits von Tumblr verabschiedet – dort tummelt sich eine zu spitze Zielgruppe. Und auch Periscope bei Twitter nutzen wir kaum noch, denn letztlich haben wir wenige Ereignisse, die zwingend live erzählt werden müssen.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingskanal – und warum?

Struve: Instagram! Die Plattform hat vor allem im letzten Jahr einen großen Schritt nach vorn gemacht. Was als eine sehr ästhetische Foto-Plattform anfing, wurde mit Instagram Stories und tollen Features für Geschichten-Erzählen erweitert. Und die Nutzerzahlen von Instagram – auch in Deutschland – beweisen, dass man diesem Kanal mehr Aufmerksamkeit widmen sollte.