• 03-AUG-2018

Mit „Goldhähnchen“ und Weihnachtsliedern um die Welt

The first Lufthansa aircraft was named in 1960

Nun fliegt die zehnte A350 von Lufthansa - unter dem Namen „Erfurt“. Städtenamen sind bei Flugzeugtaufen beliebt, doch es gibt auch Besonderheiten und Skurrilitäten. Auch in der Lufthansa Group

„Und ihr Name ist … „Erfurt!“ Und schon ist die zehnte Lufthansa A350-900 in München getauft. Im Beisein von Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, erhielt die D-AIXJ in einer feierlichen Taufzeremonie den Namen der thüringischen Hauptstadt. Damit reiht sie sich bei den anderen „A350-Städten“ von Lufthansa Airlines ein, wie der „Nürnberg“, der „Saarbrücken“ oder der „Bochum“.

Flugzeugtaufen haben bei Lufthansa eine jahrzehntelange Tradition. Schon im Gründungsjahr 1926 vergab die damalige Luft Hansa die ersten, heute nicht mehr vorstellbaren Taufnamen an ihre Flugzeuge. Die Junkers-F-13-Maschinen flogen meist unter Vogelnamen wie „Nachtigall“ oder „Goldhähnchen“, und Dornier-Flugzeuge trugen Namen wie „Luchs“ und „Wildkatze“.

Angela Merkel taufte die „Deutschland“ – und eine A340 erinnert an 9/11

Seit dem Beginn des Jet-Zeitalters bei Lufthansa im Jahr 1960 tragen Lufthansa Flugzeuge die Namen deutscher Bundesländer, Städte und Gemeinden; seit Ankunft der A380 auch Namen von Großstädten weltweit. Darüber hinaus gibt es eine Besonderheit, denn am 18. November 2015 taufte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die A380 D-AIMN auf den Namen „Deutschland“.

Flugzeugtaufen bei Lufthansa

Mit einer außergewöhnlichen Flugzeugtaufe setzte Lufthansa ein Zeichen der Dankbarkeit: 2002 wurde der Airbus A340 D-AIFC nach den Städten Gander und Halifax benannt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mussten allein sieben Lufthansa Langstreckenflugzeuge in diesen beiden kanadischen Städten landen. Neben tausenden Reisenden anderer Fluggesellschaften verbrachten Lufthansa Gäste bis zu eine Woche in den beiden Orten und erfuhren beispiellose Unterstützung und Beistand von allen Seiten.

Vorbild Schiffstaufe

Eine feierliche Rede, ein neuer Name und eine Champagnerflasche, die am Rumpf zerschellt – Flugzeugtaufen gehen auf den Brauch der Taufe neuer Schiffe zurück. Diese sind in der Seefahrt schon lange ein festes Ritual.

Schiffe sind weiblich

Bereits im 4. Jahrhundert vor Christus gaben die Griechen der Antike ihren Schiffen Namen, meist von Göttinnen oder anderen weiblichen Figuren der Mythologie. Dies sollte die Götter besänftigen und Schiff samt Besatzung unter ihren Schutz stellen.

Namen bringen Glück

Auch heute noch soll die Namensgebung vor der ersten Reise den Schiffen Glück bringen und der Besatzung „allzeit gute Fahrt“ bescheren. In Europa erhalten Schiffe zudem traditionell noch immer weibliche Namen. Nach Städten, Landschaften oder Regionen wie die Flugzeuge der Lufthansa Group Airlines werden sie eher seltener benannt.

Und wie machen es die anderen Airlines der Lufthansa Group? Nun, da hat jede ihr eigenes Konzept mit wunderbar individuellen Besonderheiten.

Wo das Edelweiß wächst

Von einem „Flugzeugsitz“ aus die atemberaubende Aussicht auf die Schweizer Berge genießen? Das geht, zumindest in einigen Schweizer Regionen, wo die Edelweiß-Blume wächst. Denn seit 2016 tauft die Schweizer Lufthansa Tochter Edelweiss Air ihre Maschinen am Züricher Flughafen auf Namen jener Regionen, „wo Edelweiss zuhause ist“. 

Mittlerweile tragen zwölf Maschinen Namen wie Blüemlisapl, Brienzer Rothorn oder Chäserrugg auf ihrem Rumpf durch die Welt. Im Gegenzug schenkt Edelweiss den Regionen als Zeichen der Partnerschaft eine hölzerne Ruhebank in Form von Flugzeugsitzen. Daneben verrät ein Wegweiser Wanderfreunden die Anzahl an Flugstunden vom Standort zu Traumzielen des Schweizer Ferienfliegers.

Swissness mit prominenter Unterstützung

Auch SWISS fliegt ihre Regionen um die Welt. Langstreckenflugzeuge der SWISS tragen die Swissness mit den Namen der Schweizer Kantonshauptorte und Tourismusregionen in die Ferne. 

Kurz- und Mittelstreckenmaschinen werben für Schweizer Tourismusorte. Getauft werden die fliegenden Botschafter von regionalen Partnern oder von berühmten Schauspielern oder Sängern.

Österreichisch regional – und sehr weltoffen

Auch auf einem Großteil der Austrian Airlines Flugzeuge prangen Namen von österreichischen Regionen, Bundesländern und Städten. So erhielt beispielsweise der erste von 17 Embraer E195, die OE-LWD den Namen „Central Europe“. 

Doch für spezielle Anlässe gibt es zahlreiche Ausnahmen. Zum Jubiläum des bekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ beispielsweise bekam im Dezember 2017 eine Embraer E195 mit der Kennung OE-LWQ in einer weihnachtlichen Zeremonie den Namen „Silent Night“. Die „Wiener Sängerknaben“ (OE-LAE) und die „Salzburger Festspiele“ (OE-LAX) fliegen auf einer Austrian Boeing 767 lackiert durch die Welt. 

Ein neues Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 777 heißt unterdessen „Sibanye“. Das ist isiXhosa, eine der Sprachen Südafrikas, und bedeutet so viel wie „Wir sind eins“. Schulkinder der iThemba Grundschule in Kapstadt, die von der help alliance unterstützt wird, hatten einige Namen vorgeschlagen und die Austrian Mitarbeiter haben „Sibanye“ zum Sieger gekürt.

„Hallo, Welt!“ – „Hallo, Lufthansa Cargo!“

Etwas ganz Spezielles hat sich Lufthansa Cargo ausgedacht. Seit Ankunft der neuen Boeing 777-Frachter 2013 grüßen viele Maschinen in den verschiedenen Landessprachen der Cargo-Destinationen. Ob „Ni Hao, China“, „Namaste, India“, „Buongiorno, Italy“ oder „Jambo, Kenya“: Jedes Flugzeug wurde bei seiner ersten Landung vor Ort getauft. 

Diese „Say hallo around the world“-Idee ist aus einem Online-Kreativwettbewerb „Name the plane“ geboren worden, an dem sich Mitarbeiter und Kunden beteiligt hatten. Mittlerweile grüßen elf der 17 Maschinen perfekt international: fünf Boeing B777-F und sechs MD-11F.