• 05-SEP-2017

Den Flugzeugen auf der Spur

Screenshot Atlantic 15AUG2017

Die Systeme, mit denen der Weg von Fliegern verfolgt wird, weisen Lücken auf. Mitarbeiter aus dem Process Stream ‚Operations Control‘ und technischen Abteilungen entwickeln gemeinsam Lösungen, um das zu ändern.

Bis heute ist das Schicksal der Passagiere ungeklärt: Am 8. März 2014 verschwand Malaysian Airlines Flug MH 370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Nach rund drei Jahren wurde die Suche eingestellt. Ein ungewöhnlicher Fall, aber nicht der einzige seiner Art. „Das ist ein inakzeptabler Zustand“, sagt Christian Oerter von Lufthansa Technik. Gemeinsam mit seinem SWISS-Kollegen Jannis Malzahn leitet er ein Projekt, das dabei hilft, dies zu ändern. Die Group-übergreifende Arbeitsgruppe „Aircraft Tracking“ setzt Vorgaben der Weltluftfahrtorganisation ICAO und der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA um. Ihr Ziel: Flugzeuge besser verfolgen und im Falle eines Absturzes schneller finden zu können.

Der Grund dafür, dass dies bislang schwierig ist, sind sogenannte Remote Areas. Sobald Flugzeuge in diesen Luftraum über den Ozeanen eindringen, verschwinden sie vom Bildschirm der Radarlotsen. Denn dann können aufgrund der Erdkrümmung die reflektierten Radarstrahlen nicht mehr empfangen werden. Die einzig möglichen sicheren Verbindungen zwischen Flugzeug und Boden im „Oceanic Airspace“ sind der Kurzwellen-Funk – oder die Kommunikation über Satellit. Lücken bleiben dennoch.

Mit verschiedenen Vorgaben wollen ICAO und EASA diese Ungenauigkeiten beseitigen: „Aircraft Tracking“ zum Beispiel bedeutet, dass ab dem 16. Dezember 2018 Flugzeuge weltweit alle 15 Mi­nuten einen 4D-Positionsreport mit aktueller Höhe, Geo-Koordinaten und dem Zeitpunkt des Reports an den Boden senden. „Das Aircraft Tracking etwa können Flugzeuge der Lufthansa Group bereits erfüllen, es bedarf lediglich vereinzelt kleinere Modifikationen“, sagt Malzahn. „Toll ist, dass hier alle Airlines der Lufthansa Group an einer gemeinsamen Lösung arbeiten“, sagt Christian Pöselt, Leiter des Lufthansa Operations Control Center in Frankfurt und verantwortlich für alle Dispatch- und Mission-Support-Prozesse der Lufthansa Group. „So profitieren alle vom gegenseitigen Erfahrungsschatz.“