• 05-JUL-2018

„Das Härteste, was ich je gemacht habe“

Race across America

Lufthansa Technik Kollege Kai-Uwe Ulm geht bei USA-Radrennen an seine Belastungsgrenze – obwohl er die ganze Zeit im Auto sitzt

Von Stefanie Ghanawistschi

Sein Road Trip führt entlang des Highways durch Städte, Gebirge und Wüsten – einmal quer durch die USA. Auf dem Fahrrad von Oceanside in Kalifornien bis nach Annapolis in Maryland in unter zehn Tagen, vorbei an 55 „Time Stations“ – so sieht es die Rennleitung vor. Lufthansa Technik Kollege Kai-Uwe Ulm begleitet das Radrennen „Race across America“ als Crew Chief und Road Captain in einem der so genannten Pace Cars. Tage- und nächtelang eskortiert er diejenigen, die bei der Tour im Mittelpunkt stehen: nämlich die vier Teamkollegen von „Besi & Friends“, die abwechselnd die 4800 Kilometer lange Strecke mit rund 52000 Höhenmetern auf dem Rennrad meistern müssen. Auch Ulm wechselt sich etwa alle ein bis zwei Stunden mit seinem Co-Fahrer ab. Die Pause nutzt er für ein Power-Nap auf dem Beifahrersitz. Bei den Zwischenstopps in Motels reicht es immerhin für eine schnelle Dusche oder ein paar Stunden Schlaf.

Literweise Cola gegen die Müdigkeit

Meile für Meile durch die Mojave-Wüste, über die Rocky Mountains, durch die Great Plains, auf Schotterpisten und Bundesstraßen: Während hinter Ulms Windschutzscheibe die Landschaft von zwölf US-Bundesstaaten vorbeizieht, die Sonne auf- und wieder untergeht, hat der Lufthanseat nur Augen für „seine“ Sportler. Nachts muss er stets 15 Meter hinter dem Radfahrer herfahren, zur Orientierung und als Sicherheits-Eskorte für die Extremsportler. Das erfordert eine Menge Durchhaltevermögen und Konzentration. Ulm greift zu Schokoriegeln, trinkt literweise Cola gegen die Müdigkeit – und verliert im Laufe trotzdem gleich mehrere Kilos. Denn: „Dieser Trip war das Härteste, was ich je gemacht habe“, sagt der Lufthansa Technik Kollege im Rückblick.

Sandsturm, Starkregen, Hundeattacken

Mit Anstrengungen kennt sich der drahtige 55-Jährige bestens aus. Er kletterte auf den Kilimandscharo und fuhr mit dem Rennrad von Offenbach nach Barcelona. „Das war alles nichts im Vergleich zum Race across America“, weiß er heute. In Arizona erwischt sie ein Sandsturm, in den Apalachen sorgt Starkregen für überflutete Straßen, in Virginia muss er Hundeangriffe auf die Radfahrer abwehren. „Ob Rennradfahrer oder wir von der Support-Crew – alle sind an ihre psychischen und physischen Grenzen gegangen.“

Geschafft, glücklich, überwältigt

Nach nur sechseinhalb Tagen erreichen Ulm und seine Sportfreunde das Ziel – geschafft, glücklich und überwältigt. Sie schaffen einen dritten Platz in der Alterswertung und den 6. Platz in der Teamwertung. „Jetzt bin ich einfach nur dankbar, dass alle wohlbehalten dieses Abenteuer überstanden haben.“  Ob er diese Strapazen nochmals auf sich nehmen würde? Ulm denkt einen Augenblick nach. „Ich glaube schon“, sagt er und lächelt. „Dann aber selbst auf dem Rennrad.“

Lufthansa ist Sponsor
Lufthansa war als offizieller Sponsor auf den Teamtrikots vertreten und unterstützte das „Besi&Friends“-Team mit günstigen Flügen nach Los Angeles und zurück von Washington nach Frankfurt. Unterstützung erhielt das Team auch mit Freigepäck, Loungezugängen, FlyNet-Vouchern und bei der Organisation. Von der Vorbereitung der Buchungen über den Gruppen-Check-in bis hin zu der herzlichen Betreuung durch die Besatzungen während der Flüge – es habe alles hervorragend geklappt, bilanziert Ulm: „Danke für die tolle Unterstützung - ich bin nachhaltig beeindruckt.“

Für den guten Zweck
Ziel dieser Benefiztour: Spenden zu sammeln für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung zugunsten Multiple-Sklerose-Erkrankter und auf das Projekt „Rad statt Rollstuhl“ aufmerksam zu machen. Namensgeber und Initiator von „Besi&Friends“ ist Andreas Beseler, genannt Besi. Er erkrankte vor 25 Jahren an MS. Mit einem Leben im Rollstuhl wollte er sich nicht abfinden und kämpfte sich mit Sport zurück ins aktive Leben. In den USA konnte Beseler nicht dabei sein, da er sich derzeit von den Folgen eines schweren Radunfalls erholt.

Bilder, Videos, Berichte
Umfangreiche Berichte, viele Fotos und Videos vom Cross-USA-Radrennen finden Sie auf raam.rad-statt-rollstuhl.de. Im Herbst soll ein Film über das Projekt ausgestrahlt werden. 

Kontakt

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