• 08-AUG-2018

„Darum beneiden uns andere Unternehmen“

Andrea Pernkopf, Managing Director of help alliance
  • Neue Projektleiter, die Möglichkeit, eigene Projekte einzureichen oder die Gründung lokaler Charity-Initiativen. Die help alliance stärkt ihre Wurzeln – das Engagement der Mitarbeiter. Gleichzeitig werden die Weichen gestellt, um fit für die Zukunft zu sein und um in einem harten Wettbewerb die Gunst der Spender zu gewinnen. Andrea Pernkopf, Geschäftsführerin der help alliance erläutert, wie das gelingen wird.

Frau Pernkopf, Hand aufs Herz, kann die help alliance im harten NGO-Markt mit ihrem Konzept punkten?

Davon bin ich felsenfest überzeugt. Immer mehr Firmen engagieren sich über Stiftungen oder Geldspenden an gemeinnützigen Organisationen. Aber ich kenne kein Unternehmen, in dem die Mitarbeiter eigene Projekte einreichen und dann auch die Verantwortung dafür übernehmen. Damit können wir im harten Wettbewerb um Spendengelder punkten.

Die Mitarbeiter der Lufthansa Group machen also den Unterschied?

Auf jeden Fall. Die help alliance wurde vor fast 20 Jahren von Lufthansa-Mitarbeitern gegründet, um sich gemeinsam für weniger begünstigte Menschen zu engagieren und insbesondere Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen: in fast 20 Jahren wurden mehr als 140 Projekte mit einem Volumen von mehr als 15 Millionen Euro unterstützt. Aktuell profitieren mehr als 10.000 Menschen direkt und indirekt von unserer Förderung – fast immer auf Initiative und in der Verantwortung unserer Kollegen, die dafür auch ihre freie Zeit zur Verfügung stellen. 

Und welche Rolle spielt die Transformation in eine gemeinnützige GmbH in diesem Zusammenhang?

Durch die organisatorische Verankerung der help alliance im VV-Ressort bei der Konzernkommunikation und dem klaren Bekenntnis, die help alliance als elementare Säule des Corporate Citizenship Engagements des Konzerns auszubauen, können wir unsere Mitarbeiterorganisation noch besser in der Group verankern und ihre Stärken auch für uns nutzen. Zudem deckt die Lufthansa Group durch eine großzügige Spende unsere Verwaltungskosten, sodass wir versprechen können, dass jeder gespendete Cent auch zu hundert Prozent in die Projekte fließt. Auch damit können wir punkten.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Gemeinsam mit meiner Co-Geschäftsführerin Susanne Kotysch, unserem help alliance Team und allen Mitarbeitern möchte ich dafür sorgen, dass die help alliance die Kompetenzen und Assets des Konzerns noch stärker ausschöpft. Unter dem Dach der help alliance sollen alle engagierten Kollegen eine Heimat finden – nicht nur auf dem Papier! Ein weiterer Aspekt sind die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN. Als help alliance möchten wir mit unseren Projekt-Schwerpunkten Bildung sowie Arbeit und Einkommen einen Beitrag dazu leisten.

Und wie wollen Sie das erreichen?

Indem wir dafür sorgen, dass das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter im Bereich Bildung und Ausbildung sichtbar wird. Indem wir dafür sorgen, dass die benötigten Spenden gesammelt werden, um den Menschen in den Projekten zu helfen. Und indem wir dafür sorgen, dass sich die Begeisterung der Mitarbeiter für die gute Sache auch im gesamten Unternehmen, bei unseren Kunden und Lieferanten ausbreitet. Denn das wird sich auch positiv auf das Spendenaufkommen auswirken. Die help alliance ist dabei eine Art Multiplikator und Türöffner. Und natürlich auch die Mitarbeiter der Lufthansa Group.

Als eine Art Botschafter der help alliance?

Genau. Wir arbeiten bereits an einem Botschafter-Konzept, das neben unseren Mitarbeitern auch Menschen außerhalb des Unternehmens einschließt. Es gibt viele Fans und Freunde unserer Airlines und Gesellschaften. Es wäre doch großartig, wenn wir einige motivieren könnten, Botschafter der help alliance zu werden. 

Auch die Geschäftsfelder werden immer aktiver. Was passiert auf diesem Feld?

Es gibt zwei Bereiche, die das betrifft. Zum einen klopfen immer mehr Airlines bei uns an und wollen für die Projekte der Kollegen Spenden sammeln. Beispielsweise bei unseren Kunden an Bord. Passagiere von  Lufthansa, Austrian und Condor können ja bereits seit längerem für die help alliance-Projekte spenden. Neu dazugekommen ist Edelweiss Air. Und demnächst soll es auch bei Eurowings und Brussels Airlines diese Möglichkeit geben. Darüber hinaus kommen immer mehr Mitarbeiter aus diversen Geschäftsfeldern mit Ideen auf uns zu, um sowohl im beruflichen als auch privaten Umfeld Spenden zu generieren. Das freut uns sehr. Schön wäre es, wenn sich noch weitere Kollegen entscheiden würden, am Payroll Giving teilzunehmen.

Und der andere Bereich?

Das betrifft die Projekte. Viele Geschäftsfelder möchten eigene Projekte ins Leben rufen. Die Initiative dazu kommt sowohl aus dem Management, als auch aus der Mitarbeiterschaft selbst. Dabei ist ein Trend zu beobachten: Überall auf der Welt finden sich Kollegen zusammen und gründen kleine Charity-Kommitees, die gemeinsam lokal etwas Gutes tun möchten. Wir helfen dabei, dieses geschäftsfeld- und hierarchieübergreifende Engagement zu fördern. Dieser „Spirit“ bringt nicht nur Mitarbeiter aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen. Er beflügelt  auch überaus positiv die Unternehmenskultur innerhalb der Lufthansa Group. 

Die help alliance scheint auf dem richtigen Weg zu sein?

Definitiv. In einigen Bereichen müssen wir noch besser und professioneller werden. Das wissen wir. Gemeinsam mit dem Innovation Hub in Berlin sind wir gerade dabei, Chancen aus Innovation & Digitalisierung  für unsere Arbeit abzuleiten. Im Bereich digitale und soziale Medien gibt es noch viel Luft nach oben. Diese müssen wir stärker nutzen, um unsere Begeisterung zu transportieren und die Projekte unserer Mitarbeiter hautnah erlebbar zu machen. Vor allem nach  extern müssen wir bekannter und innovativer werden, um neue Spenden zu generieren. Denn im Endeffekt geht es doch darum: Gemeinsam noch mehr benachteiligten Menschen auf der ganzen Welt zu helfen. Getreu unserem Motto: Closer to the world. Closer to its people.