Ferienstress statt Frachtflaute

Sommerzeit gleich maue Zeit heißt es normalerweise bei Lufthansa Cargo in Frankfurt. Doch in diesem Jahr brummt das Geschäft auch in den Sommermonaten Juli und August

Ferienzeiten und Feiertage bedeuten normalerweise weniger Geschäft für Lufthansa Cargo. Normalerweise … Nicht so in diesem Jahr: „Wir können in diesen Wochen so gar kein Ferientief erkennen und haben hier in Frankfurt alle Hände voll zu tun“, fasst es Bernd Reifert, Director Transit & Warehouse Management, zusammen.

Bei Ferien in Europa und Feiertagen wie Weihnachten und dem Chinese New Year oder der japanischen Golden Week stehen viele Betriebe still und es sinkt die Nachfrage nach Luftfrachttransport. Andere Ereignisse bewirken das Gegenteil: Der Weltfrauentag etwa, an dem tonnenweise rote Rosen aus Südamerika oder Afrika nach Russland fliegen. Zwar werden alle diese Daten bereits vor der Veröffentlichung des jeweiligen Sommer- oder Winterflugplans berücksichtigt, welcher die Grundlage für alle Bereiche vom Vertrieb über das Handling bis zum Flugbetrieb darstellt. Doch dieser Flugplan wird kurzfristig von der Netzwerk-Steuerung bei Lufthansa Cargo optimiert – je nach tatsächlicher Nachfrage und Buchungsauslastung. „Individuell machen dabei jedes Jahr insbesondere die terminlich wandernden Feiertagsperioden, so war in diesem Jahr das Chinese New Year wieder besonders früh und damit nahe am Jahreswechsel nach unserem Kalender. Darauf versuchen wir dann frühzeitig im Flugplan zu reagieren“, erklärt Sie-Hyun Cho, der zusammen mit seinen Kollegen der Netzsteuerung für alle kurzfristigen Frachterflugplan-Anpassungen im Lufthansa Cargo Netz rund um Ferien und Feiertage auf der ganzen Welt zuständig ist. 

Zurück ins Lufthansa Cargo Center. Hier herrscht in der Ferienzeit oftmals akuter Containermangel: Die kleinen AKH-Container, die perfekt in die Bäuche der Airbus A320-Familie passen und die für die Bellies der Langstreckenflieger gebauten AKEs werden zur Verladung des Passagiergepäcks benötigt. Und nicht nur das: Lufthansa Cargo transportiert rund 50 Prozent der Sendungen in den Bäuchen der Passagiermaschinen. Was also, wenn im #AviationSummer alle ab in den Urlaub wollen? Mit Kind, Kegel und schwerem Koffer? Dann wird der Platz für die Fracht in den Bellies knapp. „Pax-Gepäck geht vor und hat die höhere Priorität“, bestätigt Reifert. Das Team aus der Ladungsplanung und –steuerung sorgt dabei für eine optimale Balance zwischen Gepäck und Fracht. „Wir wollen beide Kundengruppen glücklich machen – die Ferien stellen uns da schon manchmal vor besondere Herausforderungen.“ Gemeinsam mit der Kapazitätsplanung sprechen die Kollegen im LCC bereits Monate vorher über diese besonderen Wochen: Auf Basis der letzten Jahre können sie eine Vorhersage über das mögliche Gepäckaufkommen treffen und die Fracht entsprechend planen.

Gewusst?

  • Urlaubsmitbringsel reisen auf ausgewählten Strecken zwischen Europa und USA als Oversize-Souvenir mit myAirCargo nach Hause.
  • Liegen die Urlauber nach ihrem Flug entspannt am Strand von Mallorca und lesen ihre Zeitung, steckt Lufthansa Cargo dahinter. Denn in den Sommerwochen fliegt der Frachtkranich verstärkt Zeitungen Richtung Balearen, weil dort die Nachfrage nach deutschen Nachrichten dann sprunghaft steigt.