Festlicher Empfang für die Panda-Bären, die Lufthansa Cargo aus China transportiert hat

Am Samstag, 24.06.2017 um 14:53 ist die LH8415 in Berlin-Schönefeld gelandet und hat die beiden neuen Stars der Hauptstadt eingeflogen: Meng Meng und Jiao Qing. Standesgemäß begrüßte die Flughafenfeuerwehr die MD-11F mit einer Fontäne und die Crew schwenkte vor rund 30 Pressevertretern auf dem Vorfeld eine deutsche und chinesische Flagge aus dem Cockpit.

Bei der Entladung schauten sich die beiden schwarz-weißen Bären aus Fernost interessiert um, den 12 Stunden langen Flug aus Chengdu haben die beiden offensichtlich genießen können. Immerhin sind die beiden mit dem Frachtkranich quasi 1. Klasse geflogen – inklusive Rundumbetreuung durch den leitenden Zoo-Tierarzt Dr. Andreas Ochs und ihren beiden mitgereisten chinesischen Tierpflegern.

Zur Begrüßung der beiden Pandas verkündete der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller im Cargo Center am Flughafen Berlin Brandenburg: „Es war mir ein persönliches Anliegen unsere beiden Neuberliner zu begrüßen. Wir freuen uns, dass Berlin nun um eine tolle Attraktion reicher ist“. Seine Exzellenz, der chinesische Botschafter Shi Mingde, nahm die Ankunft von Meng Meng und Jiao Qing zum Anlass um das Phänomen Panda zu erläutern: „Pandas haben in China praktisch den Status eines Nationalschatzes. Ein China ohne Pandas ist schlicht nicht vorstellbar, daher haben Erhalt und Schutz der Tiere höchste Priorität.“

„Wir haben es auch alle wirklich genossen bei dieser emotionalen Tiersendung selbst mit Hand anzulegen“

Hasso Schmidt
Head of Sales & Handling Eastern China Lufthansa Cargo

Eine Cargo-Teamleistung

Für Lufthansa Cargo in Deutschland federführend bei diesem staatstragenden Transport war Wolfgang Handke aus dem Sales Team Berlin. Handke ist schon seit 1982 beim Frachtkranich – ein echtes Urgestein und damit auch nicht sein erster Panda-Transport war er doch beim Pandaflug in den 90er Jahren schon dabei. Auf chinesischer Seite waren Yuan Fang und Hasso Schmidt, Head of Sales & Handling Eastern China, der ebenfalls seit 1982 beim Kranich ist die Hauptverantwortlichen. Hasso Schmidt ist stolz auf sein Team: „Wir konnten damit hier in Chengdu unsere Leistungsfähigkeit in China auch außerhalb der regelmäßig bedienten großen Hubs beweisen und natürlich haben wir es auch alle wirklich genossen bei dieser emotionalen Tiersendung selbst mit Hand anzulegen“

„Das ganze hier war eine Teamleistung von den chinesischen Kollegen und uns hier in Deutschland“, so Handke. „Unsere Kollegen in Shanghai und Guangzhou haben sich zum Beispiel um die innerchinesischen Verkehrsrechte zwischen Chengdu und Guangzhou gekümmert – die liegen uns ja für das normale Routing gar nicht vor. Außerdem haben die Kollegen es geschafft in Chengdu einen Handlingspartner zu finden, der die Pandas nach unseren Qualitätsstandards palettiert“, erklärt Handke.

Meng Meng

Ein rundes Gesicht und eine kurze Schnauze? Das ist eindeutig Panda-Weibchen Meng Meng („Träumchen“)! Die korrekte Aussprache haben die Berliner Tierpfleger auch schon fleißig geübt, sie lautet "Möng Möng". Die sanftmütige Bärin wurde am 10. Juli 2013 in Chengdu geboren und wiegt ca. 77 kg.

Jiao Qing

Das Panda-Männchen Jiao Qing (sprich: Jiao Tsching), was so viel wie „Schätzchen“ bedeutet, ist am 15. Juli 2010 in Chengdu geboren und bringt ganze 108 kg auf die Waage. Er ist nicht nur ziemlich neugierig und schelmisch, sondern gilt – für einen Panda - auch als verhältnismäßig aktiv. Wie es sich für einen echten Panda-Bären gehört, äußert er sich lautstark, sollte der Bambus mal zu lange auf sich warten lassen.

Hasso Schmidt und sein Team
In Chengdu nehmen die Pandas Abschied von China
Die Flughagenfeuerwehr begrüßt die D-ALCC
Die letzten Meter Richtung Zoo Berlin
Meng Meng

Alles über einen Tisch

Von den Visa für die Begleiter, die Kommunikation mit Zoll und dem Pflanzenschutz wegen des geladenen Bambus oder der Koordination mit dem Flughafen Schönefeld zur Parkposition des Frachters – alles lief über Handkes Tisch. „Es ist auch besser, wenn bei diesem Transport einer in alles eingebunden ist, das macht vieles einfacher“. Damit die Presseberichterstattung und die Live-Übertragung des RBB reibungslos verlief und niemand zu lange auf die besonderen Gäste warten musste, hatte Handke dafür gesorgt, dass die Begleiter zur Einreise nicht ins Passagierterminal müssen, sondern direkt neben den Pandas einreisen dürfen. „Die beiden Begleiter hatten vor diesem Transport gar keinen Pass. Der musste erst beantragt werden und erst letzten Montag kamen die Reisepässe der Begleiter mit dem Visum hier an. Das musste dann zur Bundespolizei“, so Handke weiter. Wenn Meng Meng und Jiao Qing in 15 Jahren Berlin wieder verlassen, wird Handke wohl nicht mehr dabei sein: „Da ich damals schon die Pandas gemacht habe, war das hier ein schöner Abschluss, die nächsten Pandas werde ich nur noch in der Rente erleben“.