Lufthansa verabschiedet sich von ihrer Boeing 737-Flotte

  • Fast 50-jährige Ära geht zu Ende
  • Lufthansa maßgeblich an der Entwicklung der B737 beteiligt
  • Künftig einheitliche Kontinentalflotte mit Airbus A320-Familie

Heute, am 31. Oktober, verabschiedet sich Lufthansa nach 48 Jahren von ihrer Boeing 737-Flotte. Damit geht eine fast 50-jährige Ära bei Lufthansa zu Ende. Per Sonderflug LH9922 flog die B737-300 mit der Registrierung D-ABEC („Karlsruhe“) heute Vormittag von Frankfurt nach Hamburg, wo die Lufthansa B737-Flotte zusammen mit Lufthansa Technik offiziell verabschiedet wird. Nach einer Zeremonie fliegen Kapitän und Flottenchef Ulrich Pade und seine Crew am Nachmittag gemeinsam mit Medienvertretern und Mitarbeitern zurück nach Frankfurt, wo sie um 17.10 Uhr Ortszeit erwartet werden. 

„Lufthansa ging schon damals innovative Wege, um auf Kundenbedürfnisse einzugehen und Marktchancen zu nutzen. Deshalb haben wir uns maßgeblich an der Entstehung und Entwicklung der B737 beteiligt. Diesen innovativen Ansatz verfolgen wir auch in Zukunft mit Flugzeugen der neuesten Generation“, sagt Harry Hohmeister, Vorstandsmitglied Ressort Hub Management. Im Laufe der Jahrzehnte besaß Lufthansa insgesamt 148 B737 fast aller Generationen. Der damalige Vorstand der Lufthansa Technik Professor Gerhard Höltje hatte Anfang der 1960er Jahre das Projekt vorangetrieben und unterstützt, gemeinsam mit Boeing einen Jet für die Kurz- und Mittelstrecke zu entwickeln. Das Flugzeug sollte sowohl beim Kabinendesign als auch durch die Positionierung der Triebwerke unter den Tragflächen an damalige Langstreckenflugzeuge angelehnt sein.

Ein Kinderbuch aus den 1960er-Jahren bezeichnete die Boeing 707 als den Vater und die B727 als Mutter des kleinen Jets namens „Bobby“. Dieser Name hat sich durchgesetzt. „Für Lufthanseaten und Flugzeugfans ist die B737 seit jeher der Bobby. Viele Passagiere und Mitarbeiter verbinden mit diesem Flugzeugmuster eine ganz besondere Zeit. Wir bedanken uns bei der B737 für fast 50 Jahre zuverlässige und erfolgreiche Operations“, sagt Klaus Froese, CEO Lufthansa Hub Frankfurt.

Mit dem Wechsel zum Winterflugplan wurden alle sechs verbleibenden B737-300 am 29. Oktober letztmalig im Liniendienst eingesetzt. Die Flugzeuge werden in den kommenden Wochen nach Florida überführt und dort weiterverkauft. Lufthansa wird künftig mit einem Flugzeugtyp den gesamten Kontinentalverkehr anbieten. Durch diese Flottenharmonisierung können in verschiedenen Bereichen Synergien gewonnen werden – angefangen bei der Lizenzierung für Piloten und dem Kabinenpersonal, als auch in der Planung und dem Vorhalten von Ersatzteilen. Die Lufthansa A320-Familie besteht aktuell aus rund 150 Flugzeugen des Typs A319, A320 und A321. Darunter befinden sich auch vier Flugzeuge der neuesten Generation – die A320neo.

Am 19. Februar 1965 bestellte Lufthansa als weltweit erster Kunde 22 Boeing 737-100. Knapp drei Jahre später, am 4. Februar 1968, landete die erste B737 der Lufthansa in Hamburg. Innerhalb kürzester Zeit wurde die B737 die feste Größe der Kurzstrecke. Neben B737-200 in verschiedenen kombinierten Passagier- und Frachtversionen, wurde 1986 die erste B737-300 an Lufthansa ausgeliefert. Sie bot im damaligen Vergleich Vorteile im Komfort, beim Treibstoffverbrauch und der Lärmentwicklung. Im Mai 1988 wurden die ersten Ko-Pilotinnen auf dieses Muster geschult. Die Boeing 737 war auch Zeitzeuge zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung. So wurde der erste Flug in die damalige DDR mit einer B737 nach Leipzig durchgeführt. Wenig später, am 2. Oktober 1990, fand der erste Lufthansa-Flug mit der B737 „Sindelfingen“ nach West-Berlin statt. Im Sommer 2016 kam der B737 die letzte große Ehre zuteil. Die zur „Fanhansa“ umlackierte B737 mit der Kennung D-ABEK flog die deutsche Fußballnationalmannschaft nach Frankreich.

Deutsche Lufthansa AG
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