Fünf Jahre IAGOS

Lufthansa-Flugzeuge im Dienst der Klimaforschung unterwegs

Mess-Sonde im vorderen linken Rumpfbereich des Lufthansa Airbus A340-300 „Viersen“
Mess-Instrumente an Bord des Lufthansa Airbus A340-300 „Viersen“
Einbau der Mess-Sonde am Rumpf des Lufthansa Airbus A340-300 „Viersen“

Am 7. Juli 2011 startete Lufthansa gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich das Klimaforschungsprojekt IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System), eine Langzeitbeobachtung der Erdatmosphäre per Linienflug. Zwei Lufthansa-Flugzeuge sammeln auf jedem Flug weltweit Daten von atmosphärischen Spurenstoffen und Wolkenteilchen in Reiseflughöhe. Ein Expertenteam von Lufthansa Technik hat, in enger Zusammenarbeit mit Sabena Technics, dem Forschungszentrum Jülich und dem französischen Forschungszentrum CNRS, den anspruchsvollen Einbau des Instrumentenpakets im vorderen linken Rumpfsegment des Flugzeugs vorgenommen. Nach jeder Landung werden die Daten direkt an das CNRS nach Toulouse übermittelt, wo die IAGOS-Datenbank beheimatet ist. Die Daten werden von zahlreichen Forschungseinrichtungen weltweit genutzt.

Das erste IAGOS-Flugzeug, der Airbus A340-300 „Viersen“, ist seit dem 7. Juli 2011 im Einsatz. An diesem Tag startete Lufthansa als weltweit erste Fluggesellschaft gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich diese neuartige Langzeiterforschung der Erdatmosphäre per Linienflug als Weiterführung des erfolgreichen Programmes MOZAIC, das bereits 1994 begonnen hatte. Seit März 2015 ist auch der Lufthansa Airbus A330-300 mit der Registrierung „D-AIKO“ im Dienst der Klimaforschung unterwegs.


20 Jahre Engagement für die Klimaforschung

Die Lufthansa Group ist seit mehr als 20 Jahren ein verlässlicher Partner der Klimaforschung und unterstützt derzeit neben IAGOS weitere wichtige Klimaforschungsprojekte (beispielsweise CARIBIC und AMDAR). Der Konzern leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer weltweiten Messinfrastruktur für die Beobachtung der Erdatmosphäre mit Hilfe der zivilen Luftfahrt. Im Jahr 2013 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das IAGOS-Projekt in die nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen aufgenommen. Nach Ansicht des vom BMBF beauftragten Wissenschaftsrats wird durch die kontinuierliche und globale Erfassung von Atmosphärendaten eine wichtige Wissenslücke geschlossen, um genauere Klimavorhersagen zu treffen. 

Wieso eignen sich Verkehrsflugzeuge besonders?

Die zivile Luftfahrt eignet sich aus mehreren Gründen besonders zur Erforschung und Beobachtung der Atmosphäre:

  • Die Erdatmosphäre kann sowohl von Satelliten als auch vom Boden aus beobachtet werden. Beides sind Fernerkundungsmessungen. Diese haben aber eine vergleichsweise schlechte räumliche Auflösung. Direkte Messungen an Bord von Flugzeugen erlauben hingegen eine viel höhere räumliche Auflösung. Verkehrsflugzeuge schließen damit eine Beobachtungslücke zwischen satellitengestützten und bodengestützten Messungen.
  • Flugzeuge fliegen in einer Höhenregion (Tropopause), die von besonderer Bedeutung für die Klimaforschung ist.
  • Flugzeuge operieren weltweit und können damit die Erdatmosphäre ganzheitlich beobachten.
  • Linienflüge bieten eine hohe Kontinuität und erlauben damit Langzeitbeobachtungen, die mit einzelnen Flügen von speziellen Forschungsflugzeugen nicht möglich und zudem viel teurer wären.