Lufthansa-Aktie seit 50 Jahren an der Börse

Erstnotierung am 14. April 1966 bildete Auftakt zur Privatisierung

Die Deutsche Lufthansa AG feiert am Donnerstag, den 14. April 2016 Börsenjubiläum: Die Aktie des Traditionsunternehmens wird seit 50 Jahren an der Börse gehandelt. Das Papier wurde am 14. April 1966 zum Handel an den acht deutschen Wertpapierbörsen eingeführt. Die Erstnotierung war die erste größere Teilprivatisierung des damaligen Staatsunternehmens. Vollständig in private Hände ging Lufthansa 1997 über. Damals verkaufte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Restbeteiligung des Bundes von mehr als 35 Prozent.

Der erste Börsentag erwies sich für die Lufthansa-Aktionäre als besonders erfolgreich: Der amtliche Börsenkurs wurde mit 2.920 DM festgestellt. Da die Aktie seinerzeit zu ihrem Nennwert von 1.000 DM begeben wurde, errechnete sich für den ersten Handelstag ein spektakulärer Kursgewinn von 192 Prozent. Der Börsengang fiel damals in eine Phase starken Unternehmenswachstums mit hohem Investitionsbedarf. Lufthansa zählte 1966 rund 3,7 Millionen Fluggäste, setzte 1,06 Milliarden DM um (umgerechnet 0,54 Milliarden Euro) und beschäftigte mehr als 17.000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 transportierte der Lufthansa-Konzern 107,8 Millionen Fluggäste, erwirtschaftete einen Umsatz von 32,1 Milliarden Euro und zählte rund 120.000 Beschäftigte.

Bei dem Börsengang hatte die Bundesregierung im Rahmen einer größeren Kapitalerhöhung Aktien im Wert von 42 Millionen DM zum Verkauf angeboten. Dies entsprach gut zehn Prozent des Aktienkapitals in Höhe von 400 Millionen DM. Das Volumen der Zeichnungsaufträge aus dem In- und Ausland übertraf das Angebot um ein Vielfaches. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden Bewerbern jeweils nur maximal zwei Aktien zugeteilt. Mit dem hohen Ausgabekurs von 1.000 DM zielte die Bundesregierung auf ein gehobenes Publikum ab. Lufthansa selbst sprach damals von einer „Volksaktie für den gehobenen Mittelstand“. Heute befinden sich die Anteilsscheine zu 100 Prozent in Streubesitz. Zum letzten Bilanzstichtag wurden 53,9 Prozent der Aktien von institutionellen Investoren gehalten, auf Privataktionäre entfielen 46,1 Prozent.

Die Lufthansa-Aktie ist seit Auflegung des DAX 30 im Jahr 1988 durchgehend Mitglied im Index der wichtigsten deutschen Börsenwerte. 1969 wurde erstmals eine Dividende ausgezahlt. Seitdem hat das Unternehmen 4,5 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet, davon 2,9 Milliarden Euro seit dem Jahr 2000. 

Anlässlich des Börsenjubiläums wird Simone Menne, Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa AG, am morgigen Donnerstag an der Frankfurter Wertpapierbörse um 9 Uhr den Börsenhandel einläuten. Der Festakt wird morgen ab 8.50 Uhr unter folgendem Link übertragen: www.lufthansagroup.com/boersenjubilaeum