Erste Ergebnisse auf Messflügen in Lufthansa-A380 und A321 belegen hohe Qualität der Kabinenluft

Lufthansa arbeitet seit vielen Jahren aktiv an der Aufklärung von Geruchsvorfällen in Flugzeugen mit. Dabei wird intensiv und fachübergreifend geprüft, ob diese in einem Zusammenhang mit Gesundheitsgefährdungen für Passagiere und Crewmitglieder stehen können. Lufthansa investierte bisher über eine halbe Million Euro für groß angelegte Projekte im Rahmen der Untersuchungen und transparenten Aufklärung von Geruchsvorfällen. Dieses Engagement ist als Fluggesellschaft weltweit einzigartig und geht belegbar über das Branchenübliche hinaus.

Erste Ergebnisse einer lang angelegten Messreihe in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigen, dass die Kabinenluft von hoher Qualität ist und vergleichbar mit der Raumluft am Boden, wie in Büroräumen. Im September 2015 veröffentlichte die MHH in der internationalen Fachzeitschrift Journal of Chromatography B erste Ergebnisse über Aldehyde aus einer Testreihe zur Kabinenluft an Bord von Flugzeugen. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Qualität der Luft in dem Kabinenraum gut ist. Dabei ist festzustellen, dass bei den insgesamt 64 Messflügen auf elf verschiedenen Airbus A380 sowie 44 Messflügen auf 15 verschiedenen Airbus A321 keine erhöhten Aldehydbelastungen festgestellt werden konnten. Lufthansa führte diese speziellen Messungen im Zeitraum von April 2013 bis Mai 2015 durch. Im Rahmen einer Studie der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) wurden aktuell weitere Messflüge an Bord von Lufthansa-Flugzeugen durchgeführt.

In der gesamten Messreihe wurden in keiner Probe für den Menschen neurotoxische ortho-Trikresylphosphate (o-TCP) nachgewiesen. Die Werte für alle untersuchten Stoffe liegen unterhalb gültiger deutscher und internationaler Richtwerte. Dies beinhaltet auch Messungen während dokumentierter Geruchsvorfälle an Bord. Bei den untersuchten Geruchsvorfällen konnte kein Zusammenhang zu TCP festgestellt werden.

Lufthansa Technik und die MHH entwickelten für die Untersuchungen an Bord einen eigens dafür konzipierten Messkoffer. Dieser erfasst etwa 200 potenziell in der Kabinenluft vorhandene Substanzen durch eine aktive Probennahme und die anschließende Laboranalytik, etwa in Form der Isotopenverdünnungsanalyse. Ein Datenlogger zeichnet kontinuierlich allgemeine Klimadaten auf, wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Ein Aerosolspektrometer misst den Staubanteil. Andere Komponenten des Messkoffers dienen dem Nachweis von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Ozon und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Insgesamt werden mehr als 150 VOC, weitere 15 Aldehyde, wie etwa Formaldehyd, Acetaldehyd bis Hexanal sowie 19 Organophosphate wie TCP untersucht. Darüber hinaus diente eine so genannte Screeninganalyse der Identifikation unbekannter Substanzen in der Kabinenluft.